Angst kommt von "Enge". Phobien und Ängste engen die freie Wahlmöglichkeiten ein, sie beschränken die Lebensqualität und führen zu oft erheblichem Leid unter den Betroffenen.
All zu verständlich das Motiv, das für die Behandlung am häufigsten genannt wird: "Ich würde es lieben wieder ein normales Leben zu führen ..."
Gleichzeitig ist Angst ein wichtiges Grundgefühl. Normale Angst bewahrt uns vor Risiken und schützt uns vor Schaden. Doch es gibt auch Formen nicht-normaler Angst. Über die wollen wir in diesem Artikel reden:
Generalisierte Angststörung (GAS)
Die generalisierte Angststörung ist eine meist schon länger bestehende, chronifizierte Angststörung. Aufrechterhaltende Faktoren sind sorgenvolle Gedanken an künftige Ereignisse, oft verbunden mit dem Gefühl von Unsicherheit etwas nicht vorhersagen oder kontrollieren zu können.
Angst hat eine Tendenz sich etwas zu suchen, wogegen sie sich richten kann. Wenn man Angst vor etwas hat, was man nicht vorgersagen oder kontrollieren kann, dann wendet sich die Angst oft gegen die Person, die die Angst erlebt. Häufige Folge sind selbstbewertende Gedankeninhalte: Angst man könnte etwas Bestimmtes nicht tun, nicht durchstehen, nicht erreichen. Manchmal ist man wie erstarrt vor Angst. Für eine Person mit Angst sieht die Welt anders aus.
Ein hypnotherapeutisches Prinzip sagt: "Energy flows, where Attention goes"; das klingt im Englischen besser als im Deutschen: Energie fliesst, worauf sich die Aufmerksamkeit richtet. Je mehr man die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Erleben richtet, desto mehr hat dieses Erleben die Tendenz sich zu verstärken. Bei der Angststörung ist dies so deutlich wie in sonst kaum einem Störungsbild:
"Ein bekannter Stoiker sagte einst: 'Mit der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an.' Wer das Negative sucht und erwartet wird es auch finden. Der Erfolg ist ihnen sicher. Glücklicherweise gilt es auch umgekehrt: Suche das Positive und Schöne und Du wirst es finden. Der Erfolg ist Dir sicher."
Chris Heinegg
Einerseits erhöht Angst die Aufmerksamkeit und Wachsamkeit. Andererseits ist ab einem bestimmten Punkt die Fähigkeit der Angst soweit spezialisiert, dass sie die Wahrnehmung der Realität deutlich verzerrt.
Dieses "Sich-Sorgen-Machen" und das"Sorgenvolle-Wachsam-Sein" ist auf der gedanklichen Ebene überaus logisch und nachvollziehbar.
Auch auf der emotionalen Ebene wirkt diese Rationalisierung sehr beruhigend. Und daran ist absolut nichts verkehrt vorsichtig und achtsam zu sein. Manchmal allerdings gerät der Mechanismus in ein Ungleichgewicht: Über Sorgen und negative Erwartung stabilisiert sich die Angst und wird zu einer Art Gewohnheit.
Auf der psychologischen Ebene engt es das Handeln mehr und mehr ein. Die Wahrnehmung spezialisiert sich auf nur noch das Negative: "Mehr Sorgen = mehr Beruhigung". Dieser Mechanismus schaukelt sich mit der Zeit auf, bis ein Punkt erreicht ist, wo klar ist: So kann es nicht weitergehen. Tatsächlich gilt: "Mehr Angst = weniger Freiheit." In der Kurzzeit-Intervention mit Hypnose geht es darum, die normale Funktion des Erlebens und damit die Lebensqualität der Klienten wieder herzustellen.
Jede Angst ist eine Form von Todesangst. Die Überwindung der Todesangst ist oft auch die Überwindung der Lebensfurcht: Wollen Sie Ihr Leben von Ihren Ängsten bestimmen lassen und sich an dem ausrichten, was Sie ablehnen? Oder wollen Sie sich orientieren an Ihren Zielen, Ihren Begabungen, Ihren Ideen für eine bessere Zukunft?
CCP® bei Prüfungsangst
Im öffentlichen Schulwesen gibt es eine Tendenz, Schüler und Studenten Maximum-Stress-Ritualen auszusetzen.
Bei Prüfungsangst hat die Intervention immer (mindestens) zwei Stufen. Einmal die Realitätsprüfung. Und dann zweitens die Phase, wo es um Leistungs-Erhöhung geht (Gedächtnis, Erinnerung und Kombinationsfähigkeit).
Prüfungsangst ist ein Sonderthema, weil die Intervention immer Kurzzeitinterventionen sind. Oft bleibt nur eine Sitzung, schon weil der Prüfungstermin kurz bevorsteht, das Abitur, eine Klausur, ein Examen ...
Tipp: Wenn Sie sich bei Ihrer Prüfungsvorbereitung unterstützen lassen wollen, lassen Sie sich rechtzeitig einen Termin geben. (Die meisten Therapeuten sind auf Wochen ausgebucht.)
Schon in einer einzigen CCP® Sitzung kann das Lernverhalten deutlich verbessert werden. Sie lernen in der CCP® Sitzung ein Hypermnesie-Format um Text-Inhalte von Büchern, seitengenau aus dem Gedächtnis wiederzugeben. Wer sich gut an den Lernstoff erinnern kann hat einen definitiven Vorteil in der Prüfung und kann schon deshalb effektiver an der Prüfung teilnehmen.
Hypnose und Phobien
Nach dem Standard-System ärztlicher und psychotherapeutischer Diagnose (ICD) gehören Phobien zur Gruppe: "Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen". Phobien sind definiert durch anhaltende, plötzlich einsetzende intensive Furcht vor bestimmten Situationen, Orten, Gegenständen, Farben, Tätigkeiten, Verhaltensweisen, Pflanzen, Tieren und Personen. Zu den Symptomen gehört ausgeprägtes Vermeidungsverhalten von allem, was die phobische Reaktion auslösen könnte. In dieser Ausprägung kann dann auch die "Angst vor der Angst" zu einem phobischen Verhalten werden.
Psychologisch bedeutend ist vor allem die ausgeprägte, oft überraschend schnell einsetzende Reiz-Stimulus-Reaktion, die für Phobien so kennzeichnend ist. Neue Erkenntnisse der Hirnforschung haben eine phänomenologische Ähnlichkeit zum One-Trial-Learning (OTL) ergeben. Dieser OTL-Ansatz hat bereits praktische Anwendung gefunden in der Therapie von Phobien. Es erklärt, warum man Phobien in manchen Fällen verblüffend rasch entstehen aber auch rasch aufgelöst werden können. Symptombeseitigung ist manchmal schon in einer Interventions-Sitzung möglich. Diese Schnelligkeit verleitet zu glauben, die Phobie ist dauerhaft verschwunden. Manchmal ist das tatsächlich so. Und manchmal bedeutet es: Die Symptome lassen sich schnell und kurzfristig beseitigen. Kurzfristige Symptombeseitigung muss von einem dauerhaften Interventions-Erfolg unterschieden werden. Beides kann gleichzeitig stattfinden, muss aber nicht. Üblicherweise werden Interventions-Erfolge abgesichert und mit bestimmten Formaten zeitlich beständig gemacht.
Behandlungsmöglichkeiten
Phobien lassen sich exzellent mit Hypnose, CCP® und kognitiver Verhaltenstherapie behandeln. Alternativ gibt es Arzneimittel mit denen Phobien ebenfalls sehr gut behandelt werden können; allerdings besteht der Behandlungserfolg dann weitestgehend nur solange das Medikament eingenommen wird.
Pharmakologisch bemerkenswert: Für manche Phobien gibt es selektiv-wirksame Medikamente. Das heisst: Die wirken nur für diese bestimmte Art von Phobie; für andere Phobien jedoch nicht. Einer dieser Wirkstoffe ist beispielsweise Moclobemid, der bei "sozialer Phobie" eingesetzt wird. (Moclobemid zählt zur Gruppe der MAO-Hemmer und wird vorwiegend als Antidepressivum eingesetzt, hilft jedoch selektiv auch bei sozialer Phobie. Für Wirkungen zu Medikamenten und therapeutischer Behandlung fragen Sie bitte einen Arzt und Ihren Therapeuten.)
Im zweiten Teil des Artikels über Phobien finden Sie ein Verzeichnis mit den häufigsten Phobien und Phobie-Arten. Klicken Sie hier: "Phobien-Verzeichnis".